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Der kleine Tierarzt

von Dr.med.vet. Josef Binzegger

 

Gesundheitsratgeber zur Förderung

der Hunde- und Katzengesundheit

 

Mit exakter Anleitung zur Selbsthilfe auch mit biologischen Heilmitteln. Das müssen Sie einfach haben!

 

 

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16. Vergiftungen

S. 168 "Der kleine Tierarzt"

Symptome:   Œ  = Verhaltensweise    = Untersuchungsergebnis

16. Vergiftungen

a. Allgemeine Bemerkung

Es gibt unzählige Stoffe, die nach der Einnahme durch Hunde oder Katzen Vergiftungssymptome erzeugen. Vor allem die krampfauslösenden Gifte können innerhalb Minuten zu Störungen des Zentralnervensystems führen. Erste Anzeichen sind das Vibrieren der Tasthaare und Zuckungen der Gesichtsmuskulatur. Solche Symptome erfordern sofortige tierärztliche Hilfe. Die Behandlung besteht darin, die Tiere, sofern noch möglich, zum Erbrechen zu bringen und nachher etwas Kohle einzugeben. Die weiteren Massnahmen, Magenspülungen, ev. Dauernarkose, antitoxische Injektionen und Infusionen richten sich nach der Schwere der Symptome. Sofern man den aufgenommenen Stoff kennt und ev. davon noch die Verpackung hat, kann die Behandlung optimiert werden.  

b. Mäusegifte

Ursache: Die im Handel erhältlichen Mäusegifte enthalten Cumarin, welches die Produktion von Prothrombin stört. Dadurch entstehen Blutgerinnungsstörungen und als Folge davon schwere innere Blutungen.  

Symptome:  

Œ  Müdigkeit; schwankender Gang.  

  Schleimhäute blass bis weiss; schneller Puls; ev. Blut in der Brusthöhle oder in der Bauchhöhle, ev. Blut unter der Haut in der Halsbandgegend; Blutgerinnungstest verzögert.  

Therapie: 

Blutvolumenersatz.  

Allopathie: Konakion®-Vitamin-K Injektionen, 1 x täglich, ca. 1 Woche.  

Überwachung der Blutgerinnung.  

Verfressene Hunde nehmen manchmal für Mäuse ausgelegtes Gift auf. Katzen hingegen rühren die Flocken nicht an. Im Vergiftungsfall kommen eventuell Mäuse, aber wie auch bei Hunden, vergiftete Nahrung in Frage.  

c. Meta-Vergiftung

Ursache: Der Giftstoff Metaldehyd ist in den bekannten Brennstofftabletten, aber auch in gewissem Schneckengift enthalten. Er führt zu schweren, krampfartigen Vergiftungserscheinungen.  

Symptome:  

Œ  Innert Minuten immer stärkeres Vibrieren der Tasthaare; Zuckungen        der Gesichtsmuskulatur; Zuckungen des Kopfes; später Krämpfe der ganzen Körpermuskulatur.  

  Bewusstseinsstörung; gestörte Reflexe.  

Therapie: Auslösung des Erbrechens:  

Hunde: Allopathie: Apomorphin-Injektion.  

Katzen: Allopathie: Xylapan®-Injektion.  

T

Magenspülung.  

Krampfbekämpfung falls noch erforderlich: Narkose mit Barbituraten (z.B. Vetanarcol®).  

Schutzmassnahmen:  

Allopathie:

Allopathie: Infusionen zur schnelleren Giftausscheidung.  

Die Häufigkeit von akuten Vergiftungen ist zum Glück nicht sehr hoch. Man muss sicher nicht bei jeder Störung sofort an eine Vergiftung denken. Sollten aber die Tasthaare zu vibrieren beginnen, muss man unverzüglich reagieren.

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Copyright © 2000 Velicano Dr.med.vet. Josef Binzegger
Stand: 22. Juli 2000